Maracanã
Filmchen dazu unter www.defactory.de/brasil
brasil! brasil! brasil!
So nach langer Abwesenheit gibt es einen kleinen Bericht aus der schönsten Stadt der Welt.
Allerdings lagen die Temperaturen auch bei Regentagen so um die 20-25 Grad.
Seit dem letzten Bericht habe ich meinen Wohnort gewechselt: ich habe mein Zimmer an der Lagoa gegen eine Wohnung an der Lagoa ausgetauscht.
He William nochmals muito obgrigado pra sua ajuda!
Ich bin der sehr dankbar für Deine Einstiegshilfe hier! BELEZA!
Ich habe die letzten 2 Monate leider sehr oft vor meinem Rechner verbracht, da ich immer noch an dem Zoma Video saß.
Trotz all der Probleme die es hier gibt. Rio hat so viele Gesichter, so viele Kontraste. Täglich sieht man etwas neues was einen erfreut, erschreckt, anekelt, nachdenklich stimmt, oder einfach zum Staunen veranlasst.
Diese Berge, die die Stadt teilen und einen immer wieder dazu bringen stehen zu bleiben und die Aussicht zu genießen. Das Meer und die Lagoa. Die Menschen, all die verschiedenen Hautfarben und Gebräuche. Schönheits-Salons, teure Restaurants und Clubs in Ipanema , Fitnesswahn in der gesamten Zona Sur, dem „besseren“ und etwas sicheren Rio. All die Shoppings, in denen die Brasilianer in - auf Eiskälte runtergekühlten Verkaufshäusern - flanieren. All die schicken Läden in sicherer Umgebung. Überall sind Wachdienste, Polizeistreifen, Portiers an der Tür und Gitter vor den Wohnhäusern.
Laut Untersuchungen sind fast 65 Prozent aller von der Polizei Getöteten von hinten erschossen worden, mehr als die Hälfte von Ihnen hat mehr als vier Kugeln im Körper. Widerstand gegen die Staatsgewalt. Oder eine Todesstrafe auf den Gassen.Das Wort Krieg ist wohl manchmal eher angebracht.
Sehr oft trifft es die Unschuldigen. Kinder oder Familien, die versehentlich in einen Schusswechsel oder eine „bala perdida“ (verlorene Kugel) geraten.
Auch die Bürokratie hier macht einen Verrückt. Da war der damals so schrecklich erscheinende Gang zum Einwohnermeldeamt doch ein Zuckerschlecken.
Als Ausländer muss man hier innerhalb der ersten 30 Tage zur Policia Federal, was dem Einwohnermeldeamt entspricht.
Danach ging ich mit einem Beleg los, um eine Bank zu suchen, da man nicht bei der Policia Federal die erforderlichen Gebühren zahlen kann. Als ich die Bank gefunden hatte, musste ich mit erschrecken feststellen, dass sich selbige im STREIK befand.
Wie ich später nach weiteren Versuchen feststellte, waren alle Banken in Brasilien im Streik.
Die staatliche, Banco do Brasil war dann mit knapp 4 Wochen der Spitzenreiter.
Ich spürte direkt das tiefe Vertrauen, das ich ab diesem Tag in brasilianische Banken haben sollte.
Nachdem ich dem Mann bei der Policia Federal meine Misslage erklärt hatte, erhielt ich nur ein „nao se, cara“ – "keine Ahnung, Junge, mir egal" von dem freundlichen Mitarbeiter zu hören.
Auch die Tatsache, das ich den Betrag zu einem bestimmten Zeitpunkt einzahlen musste, um keine Strafe zu bezahlen, interessierte ihn nicht im geringsten.
Ich habe schließlich in Sao Paulo eine Bank gefunden, die geöffnet war und habe dort eingezahlt.
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